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Tahiti und Moorea (29.11.02 – 08.12.02)

 

Als wir in Papeete am späten Abend aus der Maschine aussteigen, schlägt uns feucht warme Tropenluft entgegen. Als uns eine Blume ins Haar gesteckt wird, sind wir gewiß, in der Südsee angekommen zu sein. Die Einreise als EU-Bürger verläuft völlig unproblematisch, erst auf Nachfrage bekomme ich einen Stempel in den Reisepaß.

Meine Hotelreservierung bei einem billigen Hotel in der Nähe des Flughafens hat leider nicht geklappt, wie ich telefonisch vom Flughafen feststellen konnte. Sollen wir für eine angebrochene Nacht in Papeete noch viel Geld für ein Hotelzimmer ausgeben? Wir sind schnell der Meinung, dass wir uns die restliche Nacht am Flughafen um die Ohren schlagen und dann morgen früh, nach der Besorgung von Bargeld nach Moorea weiterfahren. Wir suchen uns eine ruhige Ecke auf dem Flughafen und campieren dort ungestört bis zum nächsten Morgen. Um 6.00 Uhr belebt sich der Flughafen allmählich wieder und wir frühstücken noch in einer Cafeteria vor dem Aufbruch.

Mit dem öffentlichen Bussystem „Le Truck" fahren wir dann ins Stadtzentrum von Papeete. In der wenig hilfsbereiten Touristeninfo erkundigen wir uns nach Billigunterkünften auf der Nachbarinsel Moorea. Mit einer hochmodernen Fähre setzen wir am Vormittag auf die 23 km entfernt liegende Nachbarinsel Moorea über und quartieren uns in der hauptsächlich von Backpackern und Globetrottern frequentierten Hütten- und Campinganlage „Chez Nelson" ein. Das Beste an dieser Hüttenanlage ist noch die große Gemeinschaftsküche, wo man sich kostensparend selber versorgen kann und auch mit den anderen Gästen gut in Kontakt kommt.

 "Billig Wohnen" auf Moorea

Unser Aufenthalt in Tahiti bzw. Moorea ist als eine Art Erholungspause auf dem Weg nach Südamerika gedacht. Es gilt die vielen Eindrücke aus Australien und Neuseeland zu verdauen und sich auf Südmarika vorzubereiten. In Neuseeland habe ich mir zwei „Lonely Planet" Reiseführer für Chile, Argentinien und Uruguay gekauft, die jetzt in Ruhe studiert werden können. Hilfreich sind auch die Infos und Meinungen von anderen Globetrottern, die gerade aus Südamerika kommend hier ihren pazifischen Stopover auf dem Weg nach Australien oder Neuseeland einlegen. Unsere Südamerikaplanung ist noch so unscharf, dass wir nicht wissen, ob wir nach der Ankunft in Santiago zuerst nach Norden oder Süden reisen sollen. In Neuseeland haben wir zuletzt grüne Landschaften zur Genüge gesehen, so dass wir uns schließlich entscheiden, nach Norden in die Atacama-Wüste zu starten und vielleicht noch einen Abstecher nach Bolivien einzubauen. Die europäisch anmutenden Landschaften im Seengebiet Chiles schieben wir erst mal nach hinten auf. Am Ende der Südamerikaroute müssen wir ja irgendwie wieder nach Santiago zurückkehren und kommen auf dem Rückweg vielleicht noch durch.

Ansonsten will ich mich im Faulenzen und Nichtstun üben. Nach 5 Monaten Herumreisen spüre ich den Bedarf nach einer Pause, um die gesammelten Eindrücke verarbeiten zu können. Schließlich verbringen wir alle uns zur Verfügung stehenden 9 Übernachtungen in der Anlage „Chez Nelson" in drei verschiedenen Hütten, die immer billiger aber auch immer primitiver werden. Als Luxusausstattung gibt es zum Schluß schließlich nur noch eine Glühbirne, so dass wir wenigestens noch am Abend lesen können.

Das Nichtstun wird auch durch die Tatsache gefördert, dass 2 Tage nach unserer Ankunft die Regenzeit schlagartig und vehement einsetzt. Bisweilen regnet es den ganzen Tag und alle Wege stehen bald unter Wasser. Da es aber weiterhin um die 30 °C warm ist, laufe ich meistens barfuß und in Shorts herum. Das tägliche Aktivitäts-Highlight ist dann meistens der Besuch in einem der beiden nahegelegenen Mini-Supermärkte wo wir uns mit Lebensmitteln und Getränken versorgen können. Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass sich auf dem Rückweg zu unserer Hütte die Baguettes bereits durchbiegen. Eine ambitionierte Fahrradtour um die Insel breche ich nach 4 h im strömenden Regen ab.

Aber wenigstens will ich meinen frisch erworbenen Tauchschein in Tahiti nutzen. Ich habe Glück und erwische einen überwiegend sonnigen Tag für meinen Tauchgang. Zusammen mit einem Engländer aus unserem Quartier und 3 anderen Teilnehmern fahren wir mit zwei ziemlich verwegen aussehenden französischen Divemastern zu einer Haifütterung hinaus. An der Außenseite des Umfassungsriffs gehen wir vor Anker. Zusammen mit einem Divemaster gehen wir auf 22 m Tiefe hinab. Leider ist die Unterwassersicht bei weitem nicht so gut wie am Great Barrier Reef. Auch ist der kräftige Wellengang in der Tiefe deutlich zu merken. Erst als ich mich am Boden festhalte, werde ich nicht mehr mit jeder Welle zwei Meter vor- und zurückgetrieben. Bald kommt der andere Franzose mit der Hälfte eines toten Thunfischs hinab. Zum Schutz vor den Haien hat er sich einen Kettenhandschuh übergezogen, mit dem er nun den noch leicht blutenden Thunfisch in die Strömung hält. In Windeseile ist er von zahllosen Fischen umzingelt, darunter auch ca. 10 Schwarzspitzriffhaien, die in kürzester Zeit den Thunfisch in Stücke reißen und verspeisen. Einer der großen Zitronenhaie läßt sich nur ganz am Schluß blicken. Die „Show" ist ziemlich spektakulär aber nicht schön, mulmig wird mir nicht dabei. Besser gefällt mir da die Begegnung mit einer Meeresschildkröte im zweiten Teil des Tauchgangs. Das Tier ist so zutraulich, dass es mir sogar aus der Hand frißt. Nach 40 Minuten ist der Spaß vorbei. Ich nehme mir vor, unbedingt auch in Mexiko tauchen zu gehen.

Die letzten drei Tage stellen wettermäßig wieder eine Verschlecherung dar. Teilweise regnet es den ganzen Tag und die ganze Nacht ununterbrochen. An einem halbwegs trockenen Freitagnachmittag gehe ich mit der geliehenen Schnorchelausrüstungs des Schweizers Harry, mit dem wir zum Schluß viel Zeit verbingen, in der Lagune schnorcheln. An diesem Abend gibt es dann auch den einzigen schönen Sonnenuntergang während unserer ganzen Zeit zu sehen. Am Horizont haben sich riesige Wolkentürme versammelt, die die untergehende Sonne von hinten spektakulär beleuchtet. In wenigen Minuten entfaltet sich eine wahre Farborgie vor uns am Horizont. Solch spektakuläre Sonnenuntergänge kann man wohl nur in den Tropen während der Regenzeit beobachten.

 

Sonnenuntergang auf Moorea

 

An unserem Weiterflugtag fahren wir gemeinsam mit Harry nach Papeete zurück und deponieren bis zu unserer Fahrt zum Flughafen unsere Rucksäcke in seinem Hotel. Papeete (100.000 Einwohner) macht an einem Sonntagnachmittag und dazu noch in der Regenzeit einen äußerst trostlosen Eindruck. Praktisch alle Geschäfte, Cafés und Restaurants sind geschlossen, nur die abweisenden Fronten der heruntergelassenen Metallrolläden sind zu sehen. Die regennaßen Straßen wirken wie ausgestorben. Auch sonst ist Papeete keine besonders attraktive Stadt, sondern eher ein Durchgangsort für Reisende und Einheimische. Vor den geschlossenen und mit Gittern verrammelten Toren der Markthallen liegen etliche gestrandete Gestalten auf dem Gehweg und schlafen. Dieser wahrlich trostlose Anblick ist ein starker Kontrast zu den verbreiteten Klischeevorstellungen von der Südsee.

Nach diesem Spaziergang treffen wir Harry in seinem Billighotel wieder. Unsere großen Rucksäcke müssen wir nun mitnehmen. Wir gehen zum Hafen wo jeden Abend aus mobilen Imbußbuden der Essmarkt „Les Roulette" aufgebaut wird. Hier kann man zu erträglichen Preisen Essen gehen und dabei zwischen vielen verschiedenen Küchen wählen. Unter anderm stehen französische, indonesische, chinesische und italienische Garküchen zur Auswahl. Hier kommt fast die Atmosphäre wie in Südostasien auf, wenn man einmal die Preise vergißt.

Als wir uns auf den Plastikhockern eines chinesischen Imbißwagens niedergelassen haben setzt der nächste tropische Regenguß ein. Diesmal regnet es wie aus Gießkannen. Bald steht der Boden zentimeterhoch unter Wasser. Wir bringen unsere großen und kleinen Rucksacke notdürftig unter dem Vordach des Imbißwagens in Deckung und nehmen in unbequemer Position ein letztes Mahl in Tahiti ein. Bei nachlassenden Regen flüchten wir uns zu einer Haltestelle von „Le Truck". Das Fahrzeug, dass einer Kreuzung aus LKW und Omnibus ähnelt, kommt zum Glück sehr bald und ab geht es zum Flughafen.

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Osterinsel – Isla de Pascua (09.12. – 14.12.02)

Bei Lan Chile checken wir zum Weiterflug zur Osterinsel ein. Der Nachtflug verläuft angenehm, ich kann sogar ein paar Stündchen schlafen. Der „internationale Flughafen" von Mataveri auf der Osterinsel ist sicherlich einer der kuriosesten seiner Art. Kurz nach Erreichen des Küstensaums setzt unsere Boeing 767 auf und als sie am anderen Ende der Rollbahn zum Stillstand kommt, kann ich schon wieder aufs Meer an der anderen Seite der Insel hinausblicken. Die Rollbahn reicht einmal quer über die Insel, zugegebenermaßen an einer sehr schmalen Stelle.

Diesmal hat die Reservierung einer Unterkunft per Email funktioniert. Wir werden nach der Paßkontrolle bereits erwartet und mit dem Auto in unsere Herberge in Hanga Roa gebracht. Dort haben wir ein nettes Zimmer mit eigenem Bad inkl. Frühstück für die nächsten 4 Tage. Am Ankunftstag erkunden wir nur den kleine Ort Hanga Roa, der die einzige nennenswerte Siedlung auf der Osterinsel ist. An einem Geldautomaten der einzigen Bank hebe ich problemlos mit meiner gewöhnlichen EC-Karte 150.000 Pesos ab. Das finde ich wirklich ganz erstaunlich, wenn man bedenkt, dass ich mich am anderen Ende der Welt auf einer winzigen Insel im Pazifik befinde und genauso problemlos in Minutenschnelle an Bargeld komme wie in Deutschland. Desweiteren reservieren wir uns für die nächsten beiden Tage einen kleinen Suzuki Jeep mit Allradantrieb, mit dem wir die Insel auf eigene Faust erkunden wollen.

Die große Attraktion auf der Osterinsel sind die meterhohen und tonnenschweren Steinfiguren, die „Moais". Entlang der gesamten Küste befinden sich Ansammlungen dieser mysteriösen Skulpturen, wobei die meisten umgestürzt und teilweise zerbrochen auf der Nase liegen. Nur an einigen Stellen wurden die Moais im 20. Jahrhundert von Archeologen wieder aufgerichtet. Die genaue Geschichte der Insel verliert sich im Dunkel der Vergangenheit, denn die polynesische Urbevölkerung hatte keine Schriftsprache. Die Insel wurde 1722 von dem niederländischen Seefahrer Jacob Roggeveen an einem Ostersonntag (wieder-)entdeckt und auf den Namen Osterinsel getauft. Für die erstaunlichen Steinskulpturen interessierte sich zu Beginn kein europäischer Forscher. Stattdessen wurde die Urbevölkerung 1862 von peruanischen Sklavenjägern überfallen und ca. 1000 Insulaner wurden verschleppt. Nach wenigen Jahren Sklavenarbeit im Guanoabbau waren 90 % gestorben und die zurückkehrenden Überlebenden schleppten die Pocken auf die Osterinsel ein, was die zurückgebliebene Inselbevölkerung bis auf 200 Menschen reduzierte. Nachdem die Insel 1888 von Chile annektiert wurde, ging es zunächst nicht aufwärts. Im Prinzip wurde die Insel von einer ausländischen Handelsfirma als eine einzige große Schaffarm betrieben, während die einheimische Bevölkerung weiter unter sehr schlechten Bedingungen lebte. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts stieg das Interesse der Archeologen und Ethnologen an der einzigartigen Kultur der Osterinsel. Mittlerweile ist man sich sicher, dass die Inseln vom polynesischen Raum aus besiedelt worden sind. Eine Besiedlung von Südamerika, die von dem norwegischen Forscher Thor Heyerdahl postuliert und durch seine Fahrt mit dem Balsa-Holzfloß Kon-Tiki untermauert wurde, gilt heute als nicht mehr haltbar.

Die aktuelle Theorie besagt, dass die Osterinsel um das Jahr 800 n.Chr. in zwei Wellen von Polynesien aus besiedelt wurde. Im Lauf der Jahrhunderte entwickelte sich ein Kult, rund um den Küstenverlauf der Insel 3 bis 10 m hohe Statuen aus Tuffgestein aufzustellen. Die sogenannten Moais stehen jeweils auf erhöhten Steinplattformen den „Ahus" in Gruppen von 3 bis zu max. 15 Moais. Viele der Moais tragen eine Art Kopfschmuck (Hut? oder symbolisierte Haartracht?) aus einem roten Tuffstein. Dieser Kopfschmuck heißt auf spanisch Tocado. Interessanterweise blicken fast alle Moais ins Inselinnere und nicht aufs Meer hinaus, was man instinktiv vielleicht vermuten würde. Irgendwann kam es zwischen den zwei Bevölkerungsgruppen den „Kurzohren" und den „Langohren" zu einem tragischen Bürgerkrieg, in dessen Verlauf alle Moais umgestürzt wurden. Viele der Steinfiguren brachen dabei am Hals entzwei. Alle heute wieder stehenden Moais wurden im 20. Jahrhundert von verschiedenen Archeologen wieder aufgerichtet. Was wenig bekannt ist: die Mehrzahl der Moais liegt aber nach wie vor entweder auf dem Rücken oder auf der Nase!

Größenvergleich mit Moai

Zuerst besuchen wir mit unserem Jeep den Steinbruch Rano Raraku, wo die Moais aus der Flanke eines alten Vulkans mit Steinwerkzeugen aus Obsidian herausgeschlagen wurden. Die fertigen Moais wurden bis zu ihrer endgültigen Plazierung in der Nähe des Steinbruchs "zwischengeparkt". Diese Moais sind krumm und schief im Boden vergraben, was sehr amüsant aussieht. Der größte aller Moais liegt noch halbfertig im Steinbruch, ist 20 m lang und soll 220 Tonnen wiegen. Ich frage mich, wie wohl diese Kolosse ohne Maschinen über die Insel transportiert und aufgerichtet wurden. Wir steigen auf den Vulkan Rano Raraku hinauf und haben eine sehr gute Sicht über die Insel und die hinter dem Steinbruch liegende wassergefüllte Caldera des Vulkans. Weiter geht es zum Ahu Tongariki im Osten der Insel. Zwischen 1992 und 1995 wurden hier von Japanern insgesamt 15 Moais wieder aufgerichtet. Damit ist dies die größte Ansammlung stehender Moais auf der Osterinsel.

Eine positive Überraschung ist der Playa de Anakena an der Nordküste. Hier steht nicht nur ein interessantes Ensemble von sieben sehr detailliert gearbeiteten Moais, sondern die Bucht bietet auch einen hervorragenden Sandstrand, der zum Baden einlädt. Wir nehmen uns vor, morgen noch einmal mit Badesachen wiederzukommen.

Moais am Anakena Strand

Am zweiten Tag mit Auto erkunden wir die Nordwestküste und das Inselinnere. Hier wird die Geländegängigkeit unseres Fahrzeugs auch richtig gefordert. Bis auf eine Ausnahme gibt es nämlich keine geteerten Straßen auf der Osterinsel. Die Wege sind bisweilen sehr uneben und mit Schlaglöchern versehen. Auf eine brauchbare Ausschilderung darf man auch nicht hoffen. Selbst mit Hilfe der detaillierten Karte, die ich mir am ersten Tag in Hanga Roa gekauft habe, ist der Weg nicht immer eindeutig zu finden. Ein Highlight an diesem Tag ist der große stehende Moai am Ahu Ko Te Riku (siehe Foto), der komplett mit Tocado, weißen Augen und Pupillen aus Obsidian ausgestattet ist. Weiterhin beeindruckend finde ich eine eingestürzte alte Lavaröhre (Ana Te Pahu), die wir eher zufällig entdecken. Die Einsturzlöcher sind von den Rapanui früher als geschützt liegende Gärten genutzt worden. Auch heute sind darin wachsenden Pflanzen vor dem Wind auf der baumlosen Osterinsel gut geschützt. Leider haben wir keine Taschenlampe dabei, sonst hätten wir noch weiter in die Lavaröhren vordringen können. Am Ahu Akivi stehen 7 Moais in Reih und Glied und blicken als einzige Ausnahme in Richtung Meer. Warum es diese Ausnahme gibt, bleibt rätselhaft. Wir besichtigen noch den zweiten Steinbruch, in dem der Kopfschmuck aus rotem Tuffgestein gehauen wurde. Hier kullern noch ungefähr 10 ungenutzte Tocados in der Gegend herum.

Den Nachmittag verbringen wir am Badestrand Anakena. Es werden alle Südseeklischees bedient: laue Temperaturen, türkisblaues Wasser, Palmen am Strand, Bikini-Schönheiten und ein feinkörniger gelber Sandstrand.

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes machen wir uns zu Fuß von unserer Herberge auf. Wir wollen den ca. 320 m hohen Vulkan Rano Kao besteigen, der die ganze Südwestspitze der Insel einnimmt. Holger ist darauf erpicht, eine auf der Karte eingezeichnete Abkürzung zu nehmen. Ungefähr auf halber Höhe löst sich der Weg im Nichts auf. Dies ist aber gar nicht so schlimm, den die Richtung ist sowieso klar (immer bergauf) und durch das niedrige Gestrüpp können wir auch ohne Weg querfeldein weiter laufen. Kurz vor Erreichen des Kraterrandes überqueren wir die offizielle Straße, und bald danach sehen wir in den halb verlandeten Kratersee. Der Blick ist spektakulär, da wir auch den fast senkrecht zum Meer abfallenden äußeren Kraterrand sehr gut erkennen können.

 

Kratersee Rano Kau

Wir besichtigen oben am Krater noch die Kultstätte Orongo mit mehreren niedrigen Steinhäusern, die für den Vogelmännerkult verwendet wurden (siehe auch Hollywood-Film „Rap Nui" von Kevin Kostner). Wir genießen den weiten Blick aufs Meer und machen hier oben noch eine Brotzeit. Dabei versuche ich mir in Gedanken vorzustellen, wie sich die Menschen früher auf dieser kleinen Insel gefühlt haben müssen. Ringsherum ist in jeder Himmelsrichtung mindestens 3000 km Wasser. Für die kleine aber stabile Zivilisation stellte diese Insel für mehrere Jahrhunderte die gesamte existierende Welt dar. Jeglicher Außenkontakt zu anderen Zivilisationen fehlte. Im Zeitalter der Globalisierung läuft es mir bei der Vorstellung dieser extremen Abgeschiedenheit kalt den Rücken herunter.

Den letzten Tag auf der Osterinsel verbringen wir mit den beiden Deutschen Jule und Jan, die auch in unserer Herberge untergebracht sind. In Hanga Roa kaufen wir Souvenirs ein (Moai-Figuren, was sonst!) und abends besuchen wir zusammen eine polynesische Tanzshow im Ort, in der klassische Rapa Nui und polynesische Tänze in einer gut einstündigen Show aufgeführt werden.

An unserem Abflugtag herrscht ungemütliches Regenwetter, wir müssen mehrere Stunden am Flughafen Mataveri warten, bevor die Maschine aus Tahiti eintrifft. Aufgrund des windigen Regenwetters gibt es nicht mehr viel zu tun. Mit Verspätung trifft die Lan Chile Maschine ein, und weiter geht es nach Santiago de Chile.

 

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