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Neuseelands Südinsel (12.10.02 – 10.11.02)

 

Die Einreise nach Neuseeland verläuft problemlos. Schneller als ich gucken kann, habe ich einen 3 Monate gültigen Visitor Permit Stempel in meinem Reisepass. Aufgrund der Zeitverschiebung zu Australien müssen wir unsere Uhren um 3 h vorstellen. Für meinen Inlandsflug nach Christchurch muss ich das Terminal wechseln. Bis zum Weiterflug um 19.30 Uhr habe ich nun reichlich Zeit, denn mein eigentlich gebuchter Flug am Nachmittag ist storniert worden. In Auckland regnet es fürchterlich. Eine Stunde später kann ich feststellen, dass es in Christchurch genauso fürchterlich regnet. Jeder Neuseelandreisende muss sich über kurz oder lang mit dem Thema Regen auseinandersetzen. Ich finde, dass dies eine passende Einstimmung auf Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke ist – oder vielleicht besser: das Land der langen dunklen Wolke.

 

Christchurch und Kaikoura

Die ersten 2 Tage verbringe ich in Christchurch, die mit 330.000 Einwohnern die größte Stadt auf der Südinsel ist. Schrecklich viel zu sehen gibt es nicht, dafür ist die Stadt gut zu Fuß zu erkunden. Ich fühle mich stellenweise nach England versetzt: im Stadtzentrum befindet sich die markante 1881 fertig gestellte Kathedrale im gotischen Stil, es gibt viele typisch englisch aussehende Einfamilienhäuser, und das Arts Centre (früherer Universitätskomplex) würde auch hervorragend nach Cambridge oder Oxford passen. Am Rande des botanischen Gartens befindet sich das Canterbury Museum mit mehreren Ausstellungen zur Maorikultur, zu ausgestorbenen Tierarten und einer großen Antarktisausstellung. Während eines verregneten Morgens bin ich in dem Museum gut aufgehoben.

Avon River in Christchurch

Avon River in Christchurch

Als ich nach Kaikoura mit einem Intercitybus weiterfahre, werde ich mit strahlendem Sonnenschein und einer phantastischen Fernsicht verwöhnt. Bereits am Vormittag erreiche ich den kleinen Ort und checke in einem fast leeren Backpacker Hostel ein. Nach dem nervigen und lauten 8 Betten-Dormitory in Christchurch gönne ich mir zur Abwechslung ein Einzelzimmer. Es hat zwar nur die Größe einer Hutschachtel, dafür habe ich aber meine Ruhe.

Kaikoura steht für zwei Attraktionen: Walbeobachtungstouren (Pottwale) und Delphinschwimmen. Ich entscheide mich für das letztere und buche die Vormittagstour für den folgenden Tag (98 NZ$). Beides ist mir zu teuer.

Während einer 3 ½ stündigen Wanderung am Nachmittag komme ich zu der Feststellung, dass Kaikoura auch ohne diese beiden Attraktionen einen Besuch wert wäre. Hinter dem Ortskern streckt sich eine kleine, hügelige Halbinsel ins Meer hinaus. Als ich an der Steilküste am Ende der Halbinsel stehe, höre ich hinter mir das Meer rauschen, unmittelbar vor mir stehen einige Schafe (was auch sonst!) und im Hintergrund habe ich einen Panoramablick auf die schneebedeckten Gipfel der hinter dem Ort aufragenden Gebirgskette. Die Seaward Kaikoura Range ragt bis zu 2610 m auf und reicht bis auf wenige Kilometer an die Küste heran. Ein solch perfektes Alpenpanorama unmittelbar am Meer habe ich vorher auch noch nicht gesehen. Ein Schild auf einem Aussichtshügel verkündet, das dies angeblich die beste Aussicht Neuseelands sei („Best view of NZ").

Am nächsten Morgen muss unsere 13köpfige Delphinschwimmergruppe gegen das 10 °C kalte Wasser zuerst einmal mit dicken Neoprenanzügen und einer Schnorchelausrüstung ausgestattet werden. Dann geht es mit 2 Booten aufs Meer hinaus. Sobald von der Besatzung einige Delphine gesichtet werden, geht die Gruppe ins Wasser. Die Delphine sind zwar wild und werden auch nicht mit Fischfutter angelockt, dennoch stehen die Chancen sehr gut, dass man ganz dicht an die Delphine herankommt. Die Tiere sind einfach neugierig auf die Menschen. Insgesamt schwimmen 30 bis 40 Tiere um unsere Gruppe herum. Sie sind sowieso viel schneller als wir. Sie flitzen mehrfach an mir vorbei, in 3er Gruppen unter mir durch, und vollführen in wenigen Metern Entfernung ihre bekannten Luftsprünge. Die Begegnungen sind zwar immer nur sekundenlang, aber auf jeden Fall eindrucksvoll. (Beeindruckend ist auch der Sprung in das eiskalte Wasser, ohne die dicke Neoprenisolierung würde man hier wohl in Minutenschnelle erfrieren.)

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Abel Tasman Park

Für Neuseeland hatte ich mir fest vorgenommen, eine oder zwei Mehrtageswanderungen zu unternehmen. Dazu hatte ich mir als erstes Ziel den Abel Tasman Coastal Track ausgesucht, der zu den so genannten „Great walks" gehört. Die ganze Strecke ist 51 km lang und kann wahlweise in Abhängigkeit von den Gezeiten sowohl in nördlicher als auch in südlicher Richtung gelaufen werden. Für die komplette Strecke von Marahau im Süden bis zur Whariwharangi Bucht im Norden braucht man 3 bis 4 Tage. Alternativ kann man sich von einem Wassertaxi auch zu einigen Punkten mittendrin bringen lassen. Damit lässt sich je nach vorhandener Zeit auch eine kürzere Wanderstrecke bis hin zu einer reinen Tageswanderung realisieren. Ebenfalls beliebt sind Kajakfahrten entlang der geschützten Küste. Die vielen malerischen Buchten laden regelrecht zu Pausen ein. Insgesamt ist der Track nicht sehr schwer. Er führt durch Wald, über zahlreiche Hügel, eine schöne Hängebrücke, über Wattlandschaften, und immer wieder zu Traumstränden. Maximal 260 Höhenmeter sind an einem Stück zu bewältigen.

Strandpanorama im Abel Tasman Nationalpark

Im Abel Tasman National Park

Als Ausgangsbasis für die Wanderung habe ich mir den Ort Nelson ausgesucht. Mit 80.000 Einwohnern ist dies mit Abstand die größte Stadt im Norden der Südinsel. Noch am Nachmittag meiner Ankunft gehe ich zu der Touristeninformation, wo sich auch das D.O.C. Office befindet („Department of conservation" = neuseeländische Nationalparksverwaltung). Jetzt in der Nebensaison ist es kein Problem für alle 3 Hütten die gewünschten Reservierungen zu bekommen. Auch der Bustransport zum Anfang des Trails und vom Trailende lässt sich praktischerweise direkt hier vor Ort buchen.

Einen Großteil meiner Klamotten lasse ich in dem Backpacker Hostel in Nelson zurück und belade meinen großen Rucksack stattdessen, mit Kochgeschirr, einem Gasbrenner und Lebensmitteln für 4 Tage. In den Hütten gibt es nämlich außer Wasser nichts. Auch das Wasser sollte man abkochen oder vor dem Trinken entsprechend filtern. Die zusätzliche Ausrüstung kann man übrigens in Nelson preiswert ausleihen, so dass man nicht alles kaufen oder von Zuhause mitbringen muss.

Bei idealem Wanderwetter mit Sonnenschein und angenehmen 20 °C starte ich in Marahau am Ende der asphaltierten Straße. Der Wanderweg ist hervorragend ausgebaut und recht leicht zu gehen. Es wechseln sich Abschnitte im Wald und direkt am Meer ab. Es gibt zwar keine ausgewiesenen Highlights auf dem Abel Tasman Coastal Track, dafür ist die Landschaft in dem Park einfach nur wunderschön und idyllisch. Am ersten Tag kann ich fast ständig das Meer sehen. Das Wasser ist sehr ruhig, glasklar und hat eine türkisblaue Färbung. Zusammen mit den exotischen Farnbäumen und den goldgelben Sandstränden kommen Südseeassoziationen auf. Nach 12 km habe ich die Anchorage Hütte erreicht, die mein Ziel für die erste Nacht ist.

Am zweiten Tag werde ich morgens mit ganz leichtem Nieselregen begrüßt. Dies ist mir aber gar nicht so unangenehm, denn bei dieser gleichmäßigen Beleuchtung lässt sich der Regenwald am besten fotografieren. Gegen Mittag ist auch Schluss mit dem Nieselregen, die Sonne bricht wieder durch. Heute laufe ich die 23 km lange Strecke bis zur Awaroa Hütte. Dabei muss ich am Nachmittag eine Pause einlegen, da eine Flussmündung am Onetahuti Beach nur bei Ebbe (+/- 2 Stunden) durchwatet werden kann. Doch ist die weite, fast menschenleere Bucht mit feinem Sandstrand ein sehr geeigneter Ort, um eine Pause zu machen.

Awaroa Hütte

Awaroa Hütte auf dem Abel Tasman Track

Als ich um 17.00 Uhr in der Hütte ankomme, herrscht dort Hochbetrieb. Eine 10köpfige neuseeländische Wandergruppe aus Palmerston North ist von Norden kommend eingetroffen. Die restlichen Wanderer sind ein sehr internationaler Haufen. Diesmal bin ich ausnahmsweise mal der einzige Deutsche. Abends entsteht schnell eine lockere Unterhaltung.

Tags drauf habe ich es ganz und gar nicht eilig. Unmittelbar vor der Hütte beginnt die weit verzweigte Awaroa Bucht. Die Gezeiten sind momentan recht ungünstig. Laut Gezeitentabelle muss ich bis 15.00 Uhr nachmittags warten, bevor ich die Durchquerung der Bucht riskieren kann. Gegen 14.00 Uhr sehe ich wie der erste Wanderer vom anderen Ufer aus sein Glück versucht. Ich habe den Eindruck, dass er bald mehr schwimmt als watet. Das Wasser reicht ihm bestimmt bis zur Brust. Das sieht nicht besonders vertrauenserweckend aus. Auf der anderen Seite liegen noch 13 km Wegstrecke vor mir. Eine Ankunft im Dunkeln wäre auch nicht so Klasse. Ich komme auf die Idee, dass ich am besten fahre, wenn ich bei der Durchquerung einen Linksbogen landeinwärts mache, denn dort scheint das Wasser nicht so tief zu sein. Also schultere ich meinen Rucksack und mit Shorts und wasserfesten Sandalen geht es los. Und tatsächlich reicht mir das Wasser bei der Durchwatung maximal bis zu den Knien. Viel Zeit gewinne ich durch den Umweg dennoch nicht. Der Weg führt nun wieder in den Regenwald hinein und später mehrfach wieder auf den Strand zurück. Am späten Nachmittag laufe ich nun ganz alleine über die weiten, einsamen Strandabschnitte. Es ist einfach phantastisch. Dies ist das ideale Kontrastprogramm für alle Großstadt-geplagten Menschen. Ich spüre plötzlich ein intensives Freiheitsgefühl. Vor dem Erreichen der Whariwharangi Hütte geht es ein letztes Mal über einen Höhenzug durch dichten, geheimnisvoll wirkenden Südbuchenwald. Ich verstehe sehr gut, dass Neuseeland als Drehort für den „Herrn der Ringe" ausgesucht wurde. In diesem Wald wäre es nicht verwunderlich, wenn mir plötzlich Hobbits oder Elben über den Weg laufen würden.

Die Whariwharangi Hütte ist ein altes Farmhaus und auch nur wenige hundert Meter vom Meer entfernt. Das nördlichste Stück des Abel Tasman Tracks ist nicht so stark frequentiert wie das südliche Ende, dementsprechend sind weniger als 10 Wanderer abends in der Hütte. Am vierten und letzten Tag schrumpft die Gruppe der Wanderer bis auf 5 Leute, die bis zur Bushaltestelle ganz im Norden gehen. Die Strecke ist zwar nur noch 6 km lang, dafür gilt es zunächst eine ansehnliche Steigung zu überwinden. Auf dem Weg bergab zurück auf Meeresniveau bietet sich eine schöne Aussicht auf die Wainuy Bucht.

Wainuy Bay

Abel Tasman Track – Wainuy Bay

Hoch zufrieden treffe ich wieder in Nelson ein. Ich spüre jedoch deutlich meine Knochen und ebenso eine gewisse Müdigkeit. Die Matratzenlager in den Hütten waren doch ziemlich spartanisch, so dass ich nicht besonders gut geschlafen habe. Ich beschließe, einen Tag Pause zu machen, bevor ich an die Westküste weiterfahre. Ich besorge einen Intercity Buspass für 129 NZ$, der mich bis nach Queenstown bringen wird. Außerdem telefoniere ich mit dem D.O.C. in Te Anau. Ich bekomme tatsächlich noch eine kurzfristige Buchung für den Milford Track (Starttermin in 8 Tagen). Normalerweise muss man diese bekannteste Wanderung Neuseelands mehrere Monate im voraus buchen. Es werden maximal nur 40 Individualwanderer pro Tag auf den Track gelassen. Ich habe jedoch Glück und erwische einen Restplatz bzw. profitiere von einer kurzfristigen Absage. Also, man sollte wirklich vor Ort sein Glück probieren. Und wenn man terminlich flexibel ist, dann verbessern sich die Chancen, kurzfristig einen freien Platz zu bekommen.

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Westküste und Queenstown

Strahlender Sonnenschein begleitet mich auf dem Weg zu dem Örtchen Franz Josef an der Westküste. Und dies soll ja eigentlich die regenreichere Seite der Südinsel sein. Die halbstündige Pause in Punakaiki reicht gerade eben aus, um den kurzen Rundweg zu den originellen Pfannkuchenfelsen abzulaufen. Später macht uns der Busfahrer auf den klar sichtbaren Mt. Cook aufmerksam, so gut ist die Fernsicht an diesem Tag.

In der Nähe des Örtchens Franz-Josef walzt sich der gleichnamige Gletscher bis auf ca. 200 Meter Meereshöhe herunter und wird dabei links und rechts von Regenwald flankiert. Nur an wenigen Stellen weltweit kommen Gletscher auf ein so niedriges Niveau herunter. Voraussetzung dafür ist unter anderem die große Niederschlagsmenge, die in höheren Regionen als Schnee und an der Küste als Regen niedergeht. Am nächsten Morgen kann ich am eigenen Leib erfahren, wie denn so ein typischer Regentag an der Westküste mit einer statistischen Niederschlagsmenge von 4.000 – 5.000 mm aussieht. Als ich am Morgen den Regen auf das Dach trommeln höre, drehe ich mich erst mal um, und schlafe eine Runde weiter. In der Mittagszeit nutzte ich die „trockensten" Stunden des Tages und fahre zusammen mit einem älteren deutschen Ehepaar zu dem Gletscher. Zumindestens sehen möchte ich ihn, auch wenn ich sonst nicht viel machen kann. Kurzzeitig hört es auf zu regnen, aber die Sicht ist alles andere als Klasse. Grau und schmutzig sieht er aus. Der Regenvorhang schließt sich Minuten später wieder. Den Weg zurück zum Parkplatz laufen wir wieder im strömenden Regen. Als ich die Jugendherberge erreicht habe, stelle ich erstaunt fest, dass sich sogar eine Pfütze in meinem Tagesrucksack gebildet hat. Weiterfahren heißt also das Motto.

Flusslauf

Flusslauf vor dem Haastpass

 

Die Busfahrt von Franz Josef nach Queenstown nimmt den ganzen Tag in Anspruch. Zum Glück hat sich Intercity darauf eingestellt, dass mittlerweile fast nur Touristen das öffentliche Bussystem benutzen. Und diese wollen gerne an interessanten Punkten einen Zwischenstopp machen. So hält der Bus mehrfach für jeweils eine halbe Stunde. So kann ich mir immer wieder die Füße vertreten und ein paar Fotos machen. Als ich in Queenstown ankomme, ist bezüglich des Wetters keine durchgreifende Besserung in Sicht. Beide Tage in Queenstown sind ziemlich verregnet und kalt.

Queenstown ist die Hauptstadt des Adventure. Hier kann der geneigte Besucher zwischen zahlreichen Adrenalin steigernden und knochenbruchträchtigen Tätigkeiten auswählen. Das Angebot reicht von Bungee-Jumping (mindestens 5 verschiedene Spots), über Tandem-Skydiving, zu River-Rafting, Jetboating und Canyoning bis hin zum klassischen Skifahren. Ich kann mich nicht so recht entscheiden, da alle Aktivitäten auch reichlich Geld kosten. Stattdessen ziehe ich mir die Wanderschuhe an und laufe an einem trockenen Nachmittag den 900 m hohen Aussichtsberg direkt hinter Queenstown hoch. Von dort oben habe ich einen schönen Rundumblick über die Stadt unter mir und die neuseeländischen Alpen rund um Queenstown, eingeschränkt allerdings durch die eine oder andere Wolkenfront. Von der markanten Gebirgskette The Remarkables (bis 2286 m hoch) ist leider so gut wie gar nichts zu sehen. Dafür sehe ich recht gut dem Z-förmig gebogenem Wakatipu See unter mir. Auf dem See verkehrt mehrmals täglich das alte Dampfschiff TSS Earnslaw. Ursprünglich wurde es als reines Transportmittel auf dem See eingesetzt, inzwischen ist es jedoch im Dauereinsatz als Ausflugsschiff für die zahlreichen Touristen. Ein Wunder, dass der alte Dampfer bei diesem Dauerstress noch nicht schlapp gemacht hat.

Als es nachts wieder zu regnen anfängt und am nächsten Morgen die Schneefallgrenze bis auf 700 m heruntergekommen ist, fällt die Entscheidung nicht schwer, nach Te Anau weiterzufahren.

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Milford Sound

Vor Beginn der 4-Tageswanderung auf dem Milford Track bleibt noch genügend Zeit, einen Ausflug zum Milford Sound inklusive der obligatorischen Kreuzfahrt zu machen. Das kleine Städtchen Te Anau am Ufer des gleichnamigen Sees ist dazu der beste Ausgangspunkt. Eine Tour von Queenstown aus zu buchen, ist nicht so empfehlenswert, denn die Straßenverbindung von Queenstown zum Milford Sound ist alles andere als direkt und führt sowieso über Te Anau. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass der lang gestreckte Lake Wakatipu im Wege liegt. Ich buche eine Minibustour von Te Anau für den nächsten Tag (120 NZ$).

 

Wasserfall im Milford SoundDie Fahrt von Te Anau zum Milford Sound an sich ist schon wunderschön. Links und rechts der Strecke erheben sich die Berge bis weit über die Schneegrenze. An einer Stelle ist der Blick auf den 2746 m Mt. Tutoko frei. Diese Höhe an sich ist nicht so besonders spektakulär, aber man muss dazu sagen, dass der Berg gerade mal 10 km vom Meer entfernt ist. Die von Gletschern geformten Täler im Fjordland sind unglaublich steil und haben einen U-förmigen Querschnitt. Die fast senkrechten Felswände stürzen zahlreiche Wasserfälle herunter. Lawinenabgänge sind jetzt im Frühjahr auch eine große Gefahr. Links und rechts der Straße kann ich viele Schneereste von heruntergestürzten Lawinen sehen. Bisweilen muss sogar die ganze Route zum Milford Sound wegen der Lawinengefahr gesperrt werden. Dann ist die kleine Siedlung am Milford Sound von der Außenwelt abgeschnitten, denn es gibt nur diese eine Straßenverbindung, die an ihrer höchsten Stelle durch den spartanischen Homertunnel führt. Der Tunnel wurde in den fünfziger Jahren fertig gestellt. Die Wände bestehen größtenteils aus nacktem Granit, und eine Beleuchtung gibt es auch nicht.

Die Kreuzfahrt auf dem Schiff Milford Wanderer dauert zwei Stunden und führt bis auf die offene Tasman See hinaus. Das Wetter ist nur leicht bewölkt. Wegen des ständig blasenden Windes spüre ich die starke Sonneneinstrahlung nicht richtig. Am Abend stelle ich fest, dass ich mir einen Sonnenbrand geholt habe. In Neuseeland muss man ja immer noch zusätzlich berücksichtigen, dass die Ozonschicht dort viel dünner ist, womit die gefährlichen UV-Strahlen viel intensiver auf ungeschützte Haut einwirken.

Die Fahrt erinnert mich an die norwegischen Fjorde. Fast senkrecht ragen die Bergwände aus dem Meer. Hohe Wasserfälle (nebenstehendes Foto) stürzen in den Fjord hinab und sorgen dafür, dass sich über dem Meerwasser eine mehrere Meter dicke Süßwasserschicht hält. Dies sorgt für eine einzigartige Unterwasserwelt. Die Spitze des berühmten Mitre Peak (1692 m) ist leider die ganze Zeit wolkenumhüllt.  Aber ich habe ja noch eine zweite Chance, wenn ich am Ende der Milford Track Wanderung nochmals hier ankommen werde.

 

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Milford Track

„Walkers can expect to get wet and muddy boots – it’s part of the Milford Track experience" verkündet die offizielle Wanderbroschüre zum Milford Track. Das ist wohl wahr!

Aber was kann man anderes in einer Gegend erwarten, die eine mittlere Jahresniederschlagsmenge von 6.350 mm aufweist. Auf der anderen Seite ist diese hohe Niederschlagsmenge auch die Voraussetzung dafür, dass an der Westküste Neuseelands ein solch einmaliger temperierter Regenwald wächst. 85 verschiedene Farnarten sind hier zu finden. Fast alle Baumstämme und Felsen sind mit einer dichten Moosschicht überzogen, ein märchenhaft anmutender Anblick. Wohl jeder Besucher wird von diesem Wald in seinen Bann gezogen.

Doch vor dem Beginn der Wanderung steht noch ein Organisationstag an. Wieder müssen alle Lebensmittel und das Kochgeschirr für die viertägige Wanderung mitgenommen werden. Im Supermarkt von Te Anau kaufe ich die nötigen Sachen ein. Dabei vertraue ich wieder auf die bewährten gefriergetrockneten Tütenmahlzeiten Marke „Backcountry", auf Kekse, Nüsse, Müsliriegel und andere energiereiche Sachen. Konservenbüchsen lasse ich im Regal stehen, denn die leeren Büchsen müsste ich tagelang mit mir herumschleppen, da die Wanderer ihren gesamten Müll wieder mitnehmen müssen. Gasherde und Trinkwasser sind jedoch in den Hütten vorhanden. Auch ist es empfehlenswert, sein ganzes Gepäck wasserdicht zu verpacken und einen kompletten zweiten Satz trockene Wäsche dabei zu haben. Nichts ist blöder, als wenn man abends in der Hütte in nassen Klamotten herumlaufen muss.

Am ersten Tag geht es zunächst mit dem Bus bis nach Te Anau Downs und von da mit dem Boot über den lang gestreckten Lake Te Anau zum Anfang des Tracks am nördlichen Ende des Sees. Am ersten Tag läuft man nur anderthalb Stunden bis zur Clinton Hütte, in der alle Individualwanderer übernachten müssen. Der Weg ist (noch) sehr gut ausgebaut, so dass dies eher einem harmlosen Spaziergang gleicht. Im Laufe des Nachmittags trudelt die ganze Gruppe in der Hütte ein. Pro Tag werden nur bis zu 40 Individualwanderer auf den 54 km langen Track gelassen und alle übernachten jeweils in den gleichen Hütten und laufen in dieselbe Richtung. Das heißt, dass auf dem Track einem (normalerweise) kein Wanderer entgegen kommt. Kurz nach meiner Ankunft setzt der große Regen ein, so dass dies eine gute Gelegenheit ist, sich mit den anderen Wanderern bekannt zu machen. Die Truppe ist wie bereits auf dem Abel Tasman Track sehr international zusammengesetzt. Neben mir sind noch zwei weitere Deutsche und ein Schweizer unterwegs. Außerdem sind zwei Koreaner, eine Japanerin, und ein Taiwanese mit von der Partie. Die größten Fraktionen stellen jedoch Australier, US-Amerikaner und Engländer. Nur zwei Neuseeländerinnen sind dabei.

Anfang des Milford Track

Anfang des Milford Tracks

Am nächsten Morgen haben sich die Himmelstore immer noch nicht geschlossen. Der Hüttenwart rät uns, nicht zu spät in der Mintaro Hütte  einzutreffen (Tagesziel des 2. Tages), denn für den Nachmittag ist eine weitere Wetterverschlechterung angekündigt. Die Strecke führt durch das Tal des Clinton River und gegen Ende steigt der Weg deutlich an, bis man nach 16,5 km die Mintaro Hütte erreicht. Jetzt tauche ich so richtig in den Märchenwald ein. Verschiedene Südbuchenarten sind neben den überall vorhandenen Farnen im Clinton Tal vorherrschend. Blasgrüne Flechten hängen wie Bärte von den Zweigen herab, alles ist grün und mit Wasser gesättigt. An mehreren Stellen kann man ganz dicht ans Ufer des Clinton River herantreten. Als ich gegen Mittag auf eine Lichtung komme, lässt der Regen mal für eine gute Stunde nach. In der Ferne kann ich bereits den Mackinnon Pass erkennen, der wie ein gewaltiger Sperrriegel aus Fels das Tal am Ende abschließt. Links und rechts von mir rauschen Wasserfälle die fast senkrechten, nackten Felswände herunter. Ich kann ein Dutzend Wasserfälle auf einmal sehen, die bisweilen mehrere hundert Meter hoch sind.

Der Weg wird zwar allmählich rauer, ist aber weiterhin gut zu laufen. Mehrfach müssen allerdings kreuzende kleinere Zuflüsse des Clinton River überquert werden, ohne dass Brücken vorhanden wären. Das Balancieren über Felsbrocken im Fluss gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Mit Hilfe meines Wanderstocks meistere ich auch diese Schwierigkeiten und komme trockenen Fußes jeweils ans andere Ufer. Als der Weg zu steigen beginnt, ändert sich auch die Vegetation. Vermehrt tauchen jetzt Fuchsiabäume auf, deren hellbraune Rinde sich in dünnen Lagen von den Stämmen schält. Wie Papierfetzen hängt die Rinde vom Stamm herunter. Ein Moosbewuchs ist an diesen Stämmen nicht zu sehen. Der Regen wird jetzt wieder stärker und kälter. Ich sehe zu, dass ich vorankomme und gegen 14.30 Uhr habe ich dann bereits die Hütte erreicht. Bei schönem Wetter ist die Aussicht von der Veranda der Hütte bestimmt toll, doch heute kann ich die umliegenden Berge mehr erahnen als sehen.

Auf dem Milford Track

Auf dem Milford Track

 

Der dritte Tag der Wanderung ist der anstrengendste aber auch der spektakulärste. Es geht über den 1073 m hohen Mackinon Pass und dann steil hinunter in das Tal des Arthur Rivers. Im leichten Schneefall schaffe ich den Aufstieg bis zu dem steinernen Mackinnon Denkmal schneller als gedacht (550 Höhenmeter von der Mintaro Hütte). In mehreren Zickzackkehren führt der Weg nach oben. Der Blick zurück ins Clinton Tal wäre bei gutem Wetter bestimmt toll, nicht jedoch heute. Dafür bekomme ich zwei kleinere Lawinenabgänge mit (aus sicherer Entfernung). Allmählich zeigen sich kleinere blaue Lücken in der Wolkendecke. Als ich die Passhöhe erreiche, reißt die Wolkendecke mehr und mehr auf. Von nun an ist und bleibt es trocken für den Rest der Wanderung. Nur wenige Meter weiter eröffnet sich der Blick in das tief unter mir liegende Arthur River Tal. Die Stelle, an der ich stehe, hat den recht eindeutigen Namen „12 second drop".

Der Weg führt weiter durch einige Schneefelder und erreicht mit ca. 1150 m bald den höchsten Punkt der Wanderstrecke. In der Schutzhütte auf dem Pass mit dem Spitznamen „The fridge" sind es gerade mal 6 °C. Dafür hat man zumindestens Schutz vor dem eisigen Wind. Ich mache nur eine kurze Brotpause und begebe mich dann an den Abstieg. Ohne Kompromisse geht es auf wenigen Kilometern Wegstrecke 1000 Höhenmeter ins Tal hinunter. An besonders steilen und rutschigen Stellen sind sogar hölzerne Treppen errichtet worden. Dieser Abstieg geht gehörig in die Knochen. Für mich ist dies der schwierigste Teil des ganzen Milford Tracks, zumal wir wegen der latenten Lawinengefahr die noch steilere Ausweichstrecke nehmen müssen. Doch sollte man nach der anstrengenden Überquerung des Mackinnon Passes nicht den einstündigen Abstecher zu dem Sutherland Wasserfall auslassen. Der Weg dorthin beginnt an der Quintin Hütte. Aus dem hoch in den Bergen gelegenen Quill See ergießt sich das Wasser in drei Kaskaden 580 m tief in das Tal. Damit sind diese Fälle die fünfthöchsten in der Welt. Als ich am Fuß der Fälle stehe und dieses Naturschauspiel von unten betrachte bin ich innerhalb von Sekunden tropfnass. Zurück an der Quintin Hütte setze ich meinen dort deponierten großen Rucksack wieder auf und marschiere die letzten Kilometer bis zur Dumpling Hütte. Nach diesem ereignisreichen Tag treffe ich dort gegen 17.00 Uhr ein und kann noch die letzten wärmenden Strahlen der Frühlingssonne genießen bevor sie hinter den hohen Bergwänden des Arthur River Tals verschwindet.

Am vierten und letzten Tag sind 18 km zu bewältigen. Der Weg führt jetzt durch das Tal des Arthur Rivers bis zum Milford Sound. Im Vergleich zum Vortag ist die Strecke nun viel einfacher. Es gibt nur noch eine nennenswerte Steigung zu bewältigen. 3 Hängebrücken sind zu überqueren und ein paar nette Wasserfälle liegen noch am Wegrand. Bald sind die berüchtigten Sandfliegen meine ständigen Begleiter. Solange ich laufe, stören sie nicht. Doch wenn ich eine Pause mache, kommen die Quälgeister angeflogen. Nicht umsonst trägt der Endpunkt der Wanderung den Namen Sandfly Point. Alle Wanderer aus meiner Gruppe erreichen das erste von zwei Booten am Sandfly Point, das uns zurück zum Milford Sound bringen soll. Die Stimmung an Bord ist sehr gut als wir bei schönem Wetter durch den Milford Sound tuckern.

In der Milford Sound Siedlung erwartet uns alle eine Überraschung. Ein Reisebus mit 32 Touristen aus Singapur ist in dem Homertunnel, auf dem man den Milford Sound verlassen kann, in Brand geraten. Ich muss an die schrecklichen Busunglücke in den Alpentunneln denken. Zum Glück kommt bald die Nachricht, dass sich alle Passagiere und der Busfahrer zu Fuß aus dem Tunnel retten konnten. Es gibt nur ein paar Leichtverletzte. Doch der alte, aus den fünfziger Jahren stammende Straßentunnel ist nun bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt. Ich sitze nun zusammen mit 650 anderen Besuchern am Milford Sound fest!

Da im Milford Sound auch Rundflüge über die spektakuläre Landschaft angeboten werden, gibt einen kleinen Flugplatz. Ich erfahre, dass man sich für 250 NZ$ entweder mit dem Hubschrauber oder einem kleinen Propellerflugzeug ausfliegen lassen kann. Ich habe es zum Glück ja nicht eilig und außerdem hätte der Flug mein Budget gesprengt. Mit vielen anderen Gestrandeten übernachte ich in einem großen Matratzenlager in der Milford Lodge. Im Vergleich zu den Tagestouristen sind wir Wanderer noch verhältnismäßig gut dran. Schließlich haben wir in unserem Rucksack alles Wichtige dabei, inklusive Schlafsack. In der Milford Lodge kann ich sogar duschen, was auf den Hütten am Track leider nicht möglich war. Viele andere Besucher verbringen eine unbequeme Nacht in ihren Reisebussen oder auf den Ausflugsschiffen. Einige Touristen können sich nachts nur auf den Bänken der Schiffe ausbreiten und notdürftig mit Papiermülltüten zudecken. Das Busunglück im Homertunnel ist die Hauptmeldung im neuseeländischen Fernsehen an diesem Abend.

Den ganzen nächsten Vormittag kann ich mir vom Aufenthaltsraum der Lodge den gegenüberliegenden Mitre Peak (1692 m hoch) bei einem Wettermix aus Sonne, Wolken und Regen anschauen. Ich denke, dass der Milford Sound nicht der schlechteste Ort ist um festzusitzen. Am Nachmittag kommt die erlösende Nachricht, dass der ausgebrannte Bus aus dem Tunnel gezogen und dieser für den Verkehr wieder freigegeben worden ist. Drei Stunden später sind wir schließlich wieder zurück in Te Anau. Dort sind durch den Vorfall alle Betten ausgebucht, denn es ist ja auch kein Mensch in den Milford Sound hineingekommen. Zum Glück hatte ich in der Jugendherberge reserviert, doch bleibe ich jetzt nur noch eine weitere Nacht in Te Anau.

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Dunedin und Otago Halbinsel

Die vorletzte Station auf der Südinsel ist die Universitätsstadt Dunedin an der Ostküste. Die 110.000 Einwohner zählende Stadt soll die schottischste Stadt außerhalb Schottlands sein. Das kann ich nicht beurteilen, da ich Schottland noch nicht gesehen habe, mir gefällt diese Stadt von allen neuseeländischen Städten aber am besten. Es gibt viele schöne viktorianische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert als die Stadt bedingt durch den Goldboom in Otago stark gewachsen ist. Zeitweise war Dunedin sogar die größte Stadt Neuseelands. Heute macht die Stadt einen lebendigen Eindruck mit breitem kulturellem Angebot, wozu sicher auch die 20.000 Studenten der Universität beitragen. Auch habe ich Glück mit meiner Unterkunft. Ich quartiere mich in einem originellen Hostel ein, das früher mal ein Krankenhaus war. Die gut gepflegten Räume in dem verwinkelten Gebäude haben Charme. Knarrender Holzfussboden und Hausgespenst inklusive. ("Chalet Backpackers", sehr empfehlenswert)

Gelbaugenpinguin auf der Otago Halbinsel

Gelbaugenpinguin auf der Otagohalbinsel

Nachdem ich mir an einem Tag die sehenswerten steinernen Hinterlassenschaften aus der viktorianischen Zeit Dunedins angeschaut habe, mache ich am nächsten Tag eine (organisierte) Wildbeobachtungstour auf die Otagohalbinsel. Neuseeland ist nicht gerade das Mekka für Tierfreunde, denn aufgrund der abgeschiedenen Lage der Inseln haben sich nicht viele Tierarten ansiedeln können. Auf der Otagohalbinsel wird einem allerdings ein recht buntes Programm geboten. Zuerst besuchen wir eine Albatrosskolonie ganz am Ende der Halbinsel. Die Albatrosse haben gerade Paarungszeit. Sobald der Wind auffrischt steigen die majestätischen Vögel mit der enormen Spannweite von bis zu 3 Metern (!) in den Himmel auf. Trotzdem schwer vorstellbar, dass diese Vögel über den Südpazifik bis nach Südamerika fliegen. Bei einer Wanderung entlang der Küste kommen wir zu einer Pelzrobbenkolonie und schließlich sehen wir einige der seltenen Gelbaugenpinguine. Am späten Nachmittag kommen die kleinen Pinguine mit der gelben Färbung am Kopf aus dem Meer zurück. Im Eilschritt watscheln sie über den Strand zurück zu ihren Unterschlupfen. Dabei passieren sie einige grasende Schafe an den Hängen. Schafe und Pinguine ignorieren sich gegenseitig. Ein Bild, das man so wohl nur in Neuseeland sehen kann. Vom eiskalten Südwestwind ziemlich durchgefroren kommen wir auf dem Rückweg von der Pinguinkolonie noch ganz dicht an einer Seelöwenfamilie vorbei. Die massigen Tiere liegen praktisch reglos am Strand. Bis auf ein, zwei Meter können wir an die Tiere herangehen. Die Seelöwen nehmen wenig Notiz von uns. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man die Tiere nicht wie üblich im Zoo sieht, sondern einem hier in freier Wildbahn praktisch vor den Füßen liegen.

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Akaroa

Auf dem Rückweg nach Christchurch mache ich die letzten beiden Tage in Akaroa auf der Banks Halbinsel Station. Doch erst muss ich dazu die lange Strecke von Dunedin bis Christchurch mit dem Bus zurücklegen. Im Unterschied zu den Fahrten an der Westküste füllt sich der Intercitybus hier hauptsächlich mit Neuseeländern. Dies mag auch daran liegen, dass die Eisenbahnverbindung von Picton jetzt nur noch bis Christchurch reicht. Von dem wunderschönen Bahnhof in Dunedin fährt leider nur noch einmal täglich ein Touristenzug ab. Der reguläre Eisenbahnverkehr entlang der Ostküste bis nach Invercargill wurde einige Monate vor meiner Ankunft eingestellt. Schade!

Unterwegs mit Intercity

Unterwegs mit Intercity

In Christchurch steige ich in einen kleinen Shuttlebus um, der mich bis in das kleine Örtchen Akaroa bringt. Die Gegend wurde ursprünglich von Franzosen Mitte des 19. Jahrhunderts besiedelt, doch gaben die Franzosen bald den Plan auf, eine dauerhafte Kolonie auf der Südinsel zu errichten. Die Engländer schickten auch prompt eine Ladung eigener Siedler hinterher. Heute wird der (minimale) französische Einschlag gepflegt. Einige Straßen tragen französische Namen, auch das Hotel- und Gastronomiegewerbe benutzt gerne französische Namen. Die hügelige Bankshalbinsel war ursprünglich stark bewaldet. Doch jetzt ist die Gegend weitgehend abgeholzt, so dass ich den Eindruck habe, dass die Landschaft irgendwie nackt aussieht. Mir fällt das ungemein klare und intensive Licht auf. Das Wasser der Bucht schimmert türkis wie in der Südsee und die Farben sind auffällig intensiv. Seit ich Dunedin hinter mir gelassen habe, herrscht sonniges Frühlingswetter mit sehr klarer Luft.

Ich unternehme einige Spaziergänge entlang der Akaroabucht und schaue mir die pittoresken Holzhäuser im Ort an. Ein Stückchen außerhalb entdecke ich noch einen historischen Leuchtturm. Der Ort wird auch gerne von den Bewohnern Christchurchs als Ausflugsziel angesteuert.

Blick von der Summit Road

Blick auf die Bucht von Akaroa

Genau vier Wochen nach meiner Ankunft auf der Südinsel folgt dann mein Inlandsflug von Christchurch nach Auckland. Hierzu verlasse ich morgens einen kleinen Ort auf der Südinsel (Akaroa) und lande unter Benutzung von fünf verschiedenen Transportmitteln abends in einem kleinen Ort auf der Nordinsel (Warkworth), den ich morgens noch gar nicht kannte.

 

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