Sydney

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Fraser Island

Cairns

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Ankunft und Sydney

Qantas setzt auf der Strecke von Denpasar nach Sydney eine Boeing 747 ein, welche auch problemlos voll wird. Zwischen den vielen australischen Bali-Touristen komme ich mir ein wenig verloren vor. Man muss wissen, dass Bali für die Australier sozusagen die gleiche Bedeutung wie Mallorca für uns hat. Wenn in den australischen Bundesstaaten Victoria, New South Wales und Tasmanien der Winter eingezogen ist, dann können sie in das tropisch warme Bali reisen. Unser fünfstündiger Flug verläuft reibungslos. Die Einreise- und Zollformalitäten in Sydney bringen wir auch zügig hinter uns. Ich muss sogar darum bitten, dass ich überhaupt einen Stempel in meinen Reisepass bekomme. Bereits am Flughafen treffen wir planmäßig Sabine, die aus Deutschland angereist ist und uns die ersten Wochen in Australien begleiten wird. Mit einem Shuttlebus fahren wir nun zu dritt in den Stadtteil Kings Cross, wo wir die ersten Nächte in einem Backpackerhotel übernachten. Wir haben alle drei einen Nachtflug in den Knochen, dennoch machen wir uns bald zu Fuß auf, die Innenstadt von Sydney zu erkunden. Besonders gefällt mir dabei das australische „Winterwetter". Ende Juli befinden wir uns formal mitten im Winter, doch erwischen wir zu Beginn Tage mit strahlend blauem Himmel, guter Fernsicht und Nachmittagstemperaturen von ca. 20 °C, die durchaus zu einer Pause in einem Straßencafé einladen. Nur wird es abends bereits sehr früh dunkel und so kühl, dass man eine Jacke braucht.

Sydney Cove und Circular Quay

 

Ohne es so richtig beabsichtigt zu haben, landen wir bei unserer ersten Ortsbegehung bald am Circular Quay, wo wir rechts von uns das berühmte Opernhaus und links die markante Hafenbrücke erkennen können. Der Auftakt in Sydney gefällt mir schon mal sehr gut. Am zweiten Abend in Sydney erlaube ich mir den Luxus und gehe mit Sabine in die Oper (Ein Maskenball von Verdi, 107 A$ für Plätze in Reihe 27). Das belastet zwar die Reisekasse, aber man hat ja nicht jeden Tag die Gelegenheit, in ein so außergewöhnliches Opernhaus wie dieses gehen zu können.

Die übrige Zeit in Sydney verbringen wir mit einigen der üblichen touristischen Ziele wie dem Hafenviertel „The rocks", einem Ausflug mit der Hafenfähre nach Manly, einem Spaziergang durch den botanischen Garten und zum Macquarie’s Point (Aussicht!), sowie einem Besuch des sehenswerten Sydney Aquariums.

Den Kontrast zu den Verhältnissen in Indonesien empfinde ich schon fast als Kulturschock. Das quirlige und äußerst lebendige Durcheinander südostasiatischer Großstädte, an das ich mich in den vergangenen Wochen allmählich gewöhnt habe, tausche ich jetzt gegen eine moderne Metropole mit vertrauten westlichen Standards ein. Zu Beginn drängt sich mir häufig der Vergleich zwischen Australien und den mir bereits von zahlreichen früheren Reisen gut vertrauten USA auf. Die vorschnelle Vermutung, dass Australien eine amerikanische Variante nur mit Linksverkehr sei, stellt sich bald als falsch heraus. Es gibt mehr Ähnlichkeiten mit Europa bzw. Großbritannien als man auf den ersten Blick vermutet.

Nach dem ersten Wochenende in Sydney übernehmen wir am Montagmorgen unseren Leihwagen bei der kleinen Verleihfirma TCC (Travel Car Center), die ihre Niederlassung in Brookvale im Norden von Sydney hat. Vor der Reise hatten wir lange überlegt, ob es sich lohnen würde für die knapp 3 Monate einen gebrauchten Wagen zu kaufen. Der Aufwand und das Risiko erschien uns für die begrenzte Zeit allerdings zu groß. Dazu kam, dass wir von TCC ein gutes Angebot für die Langzeitmiete eines gebrauchten Wagens erhielten. Außerdem bekommen wir den größten Teil der benötigten Campingausrüstung ohne weitere Kosten direkt dazu. Australien ist ein klassisches Reiseland mit einem dichten Netz an Campingplätzen. Durch häufiges Camping wollen wir die Übernachtungskosten in Grenzen halten. Unser Wagen, ein Holden Commodore, hat bei der Übernahme schon über 250.000 km auf dem Buckel, ist aber nur 5 Jahre alt und noch sehr gut im Schuss. Die Autos kommen bei den riesigen Entfernungen auf abenteuerliche Kilometerleistungen. Standardmäßig sind die Wagen auch mit größeren Motoren als in Deutschland ausgestattet, was sich dann günstig auf die Haltbarkeit auswirkt. So haben wir eine Maschine mit ordentlichen 3800 ccm. Die aus Europa importierten Holden Astra (entspricht Opel Astra) habe ich zum Beispiel nie mit weniger als 2000 ccm gesehen, was hierzulande ja eher selten ist. Sprit kostet übrigens ca. 0,80 bis 1,00 A$ pro Liter (Stand August 2002).

Am ersten Tag kommen wir nicht mehr weit. Die Zusammenstellung der Campingausrüstung und das Verstauen des Gepäcks in dem Wagen nehmen doch mehr Zeit in Anspruch als wir gedacht haben. Der Nachmittag ist schon weit vorgerückt als das Abenteuer Linksverkehr beginnen kann. Zu Anfang müssen wir uns beim Fahren alle sehr konzentrieren. Man hat doch unerwartet viel Auto links von sich. Tückisch ist auch die Tatsache, dass Blinker und Scheibenwischer seitenverkehrt angebracht sind. Eine Verwechslung von Scheibenwischer und Blinker passieren auch noch Wochen später, sonst gewöhnen wir uns aber schnell an den Linksverkehr.

Die Strecke von Sydney bis Brisbane legen wir recht schnell zurück, da ein Tag dann doch ziemlich verregnet ist und die Wassertemperaturen auch nicht zu einem Badestopp einladen. Für erwähnenswert halte ich nur unseren Abstecher ins Inland zum Dorrigo National Park. Hier ist ein Stück subtropischer Regenwald von den Holzfällern verschont geblieben und ist jetzt als Nationalpark geschützt. Ich habe zwar schon einige Regenwälder gesehen, aber die Wanderung, die wir dort unternehmen, ist wirklich sehr schön. Als Europäer kommt man aus dem Staunen nicht heraus: die Bäume sind ganz anders und viel größer als bei uns, es gibt viele Farne und unbekannte Kletterpflanzen. Eine uns völlig fremde Vogelwelt schwirrt durch den Wald. Man hört nachts und morgens fremdartige Laute aus dem Wald.

 

 Brisbane

Der nächste längere Aufenthaltsort ist Brisbane, wo wir bei Lisa und Brad (Bekannte von Sabine) vier Tage privat unterkommen. Zufälligerweise hat unsere Gastgeberin Lisa an jenem Wochenende ihren 40ten Geburtstag gefeiert, so dass wir selbstverständlich an der Party teilnehmen. Es sei nur soviel gesagt, dass die Australier auf jeden Fall kräftig zu feiern wissen. Alle Gäste sind aufgefordert worden, in ihren alten Schuluniformen zu kommen. Das ist an sich schon sehr lustig, wenn sich Erwachsene, so um die 40, in ihre alte Schulkleidung zwängen, die sie mehr als 20 Jahre nicht mehr getragen haben. Dazu werden aus einer Jukebox dann alte Hits aus den 70ern gespielt.

 

 Brisbane selber ist eine moderne und sehr angenehme Großstadt, in der es sich bestimmt gut leben ließe. Mit 1,6 Millionen Einwohnern ist die Stadt nicht so unhandlich groß und teuer wie z.b. Sydney und Melbourne. Das Stadtzentrum ist erstaunlich kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Lohnenswert ist auch ein Ausflug auf die andere Flussseite des Brisbane River nach South Brisbane. Dort können wir auf dem ehemaligen Expo Gelände (1988) spazieren gehen. Von der Brücke über den Brisbane River haben wir am Nachmittag einen schönen Blick auf die Skyline von Brisbane. Das kleine „Chinatown" im Fortitude Valley kann man sich allerdings schenken, wenn man schon mal ein anderes Chinatown (z.B. in San Francisco) gesehen hat. Wir machen auch einen Abstecher zu dem Ausflugsziel Mt. Coot-ha Park. Von dem Lookout Punkt auf dem Gipfel breitet sich die ganze Stadt unter einem aus. Besonders nach Einbruch der Dunkelheit ist der Blick auf die erleuchteten Hochhäuser der Innenstadt sehr schön.

 

 

Fraser Island

Den nächsten Stopp legen wir in Hervey Bay ein, ca. 200 km nördlich von Brisbane. Hier fangen wir dann auch endlich mit dem Camping an. Bis jetzt sind wir in verschiedenen Backpacker Hostels, in einem Bed & Breakfast und privat (Brisbane) untergekommen. Aufgrund der Jahreszeit wird es nachts immer noch ziemlich kühl und die sehr früh, noch vor 18.00 Uhr, einsetzende Dunkelheit haben uns bisher davon abgehalten. Mit einer Ausnahme in Cairns werden wir von nun an ununterbrochen bis Adelaide campen.

Für viele Besucher ist Hervey Bay nur der Ausgangsort für Touren nach Fraser Island und zu Whale Watching Fahrten in der gleichnamigen Bucht. Wir buchen eine organisierte Dreitagestour nach Fraser Island, da wir mit unserem Wagen mangels Allradantrieb nicht auf der Insel fahren können, denn sie ist wohl der größte und merkwürdigste Sandkasten der Welt. Die ganze 120 km lange und bis zu 45 km breite Insel besteht aus Sand. Dementsprechend braucht man zwingend ein 4WD-Fahrzeug, um in den teilweise butterweichen Sandpisten nicht stecken zu bleiben. Das Erstaunlichste ist aber, dass der größte Teil der Insel dicht mit Urwald bewachsen ist. Unser Führer ist der hemdsärmelige und sehr trinkfeste Ranger Bob. Er ist Tourguide, Busfahrer, Koch und Mädchen-für-Alles in einer Person. In Indonesien hätte man aus diesem Job bestimmt direkt 3 Arbeitsplätze gemacht.

Eine der ersten Stationen sind zwei kleine, fast kreisrunde Süßwasserseen, die sich trotz des sandigen Untergrundes dank wasserundurchlässiger Schichten gebildet haben. Kristallklares Wasser und ein makelloser Sandstrand laden natürlich zum Baden ein, jedoch sind wir wegen der äußerst erfrischenden Wassertemperaturen nach wenigen Minuten wieder draußen. Ein Erlebnis der besonderen Art ist auch die Fahrt auf dem 75-Mile Beach. Rechts von einem brandet der Pazifik fast ans Auto, links von einem beginnt nach 100 m der Urwald. Ranger Bob fährt ganz selbstverständlich mit ca. 80 km/h wie auf einer Autobahn über den Strand. Gelegentlich landen und starten auch kleine Propellermaschinen auf dem breiten Sandstrand.

 

Fraser Island – „On the beach"

Am dritten Tag nehmen wir an einer Whale-Watching Tour teil. Ich war immer sehr skeptisch gewesen, ob sich so etwas lohnen würde und ob man viel mehr als nur einen Walrücken aus großer Entfernung zu sehen bekäme. Die Tour ist allerdings sehr überzeugend und die Extrakosten in Höhe von 55 A$ auf jeden Fall wert. Während der Zeit von Mitte Juli bis Ende Oktober kommen jährlich bis zu 3000 Buckelwale (engl. Humpback whales) in die Hervey Bucht und machen dort ein paar Tage Pause, bevor sie ihren Zug Richtung Antarktis fortsetzen. Man vermutet, dass sich die Tiere auf dem langen Weg in dem relativ warmen und ruhigen Wasser der Bucht auf ihrer Wanderung etwas erholen wollen. Diesen Umstand macht sich die Whale-Watching Branche zu nutze. Die Anzahl der entsprechenden Whale-Watching Lizenzen ist erfreulicherweise begrenzt. Unser Boot darf sich bis auf 100 m den Buckelwalen nähern. Danach ist es den Walen überlassen, ob sie näher kommen oder doch weiter schwimmen wollen. Glücklicherweise sind die Wale neugierig auf unser Boot und kommen bis auf weniger als 10 m an selbiges heran, schwimmen unter uns durch, drehen sich auf den Bauch, schwimmen senkrecht mit dem Kopf aus dem Wasser heraus, um besser sehen zu kennen, und vollführen auch einige der spektakulären "Bauchplanscher". Bei den bis zu 15 m langen Buckelwalen spritzt das schon gewaltig. Manchmal sind die Wale so nahe dran, dass ich mit meinem Teleobjektiv Probleme bekomme und schnellstmöglich auf das Standardzoom meiner Kamera wechseln muss. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet.

Danach kommen dann 2 Fahrtage dran, die uns bis zu dem Ort Airlie Beach führen, wo wir uns wieder auf dem Campingplatz einquartieren. Der Ortsname „Airlie Beach" ist übrigens irreführend, da es hier ausnahmsweise gar keinen Strand gibt. Dafür ist der Ort Startpunkt für Ausflüge zu den vorgelagerten Whitsunday Inseln. Die Whitsundays erfüllen alle Klischeevorstellungen an ein subtropisches Urlaubsidyll: strahlender Sonnenschein, kristallklares Wasser, in der Bucht liegende Segelyachten, und schneeweiße Sandstrände.

Auf einem eintägigen Boostausflug, der nicht mehr als ein Schnuppertour ist, lernen wir die Whitsundays ein wenig kennen. Da auch das Great Barrier Reef hier beginnt, können wir während eines Schnorcheltrips ein kleines Korallenriff in einer Bucht bestaunen. Das Unterwassersicht ist sehr gut und gegen die „erfrischenden" Temperaturen schützt ein Neoprenanzug. In Erinnerung bleibt uns auch der 6 km lange malerische Whitehaven Beach auf Whitsunday Island. Der strahlend weiße und sehr feine Quarzsand und das türkisblaue Wasser bilden in einer weit gespannten Bucht (Hill Inlet) eine sehr verführerisch aussehende Melange aus Sandbänken, tieferen Rinnen und flachen Abschnitten.

 

Cassowary Warnschild nahe Mission Beach

Am nächsten Morgen brechen wir unsere Zelte in Airlie Beach ab und fahren weiter auf dem Bruce Highway Richtung Cairns. Nördlich von Townsville, welches wir zur Mittagszeit erreichen, ändert sich die Landschaft allmählich. Dichtbewaldete Berge treten näher an die Küste heran, die Vegetation wird zusehends grüner und dichter. Zu den unzähligen Zuckerrohrfeldern kommen nun auch Bananenplantagen und Pflanzungen mit Papayabäumen hinzu. Ein Indiz dafür, dass wir nun den tropischen Norden Queenslands erreicht haben. Auf der rund 700 km langen Strecke nach Cairns wollen wir noch ein weiteres Mal übernachten. Dazu haben wir uns den Ort Mission Beach ausgesucht. Hierzu müssen wir vom Bruce Highway einer Stichstraße zur Küste folgen. Diese führt abwechselnd durch dichten Regenwald und saftig grüne Weiden. Dabei fallen uns die großformatigen Warnschilder auf, die vor einem Verkehrsunfall mit einem der flugunfähigen Cassowary  Vögel (dt. Helmkasuar) warnen. Diese vom Aussterben bedrohten Verwandten der Emus sind in den Regenwäldern rund um Mission Beach zu Hause. Am nächsten Tag schauen wir uns diesen Regenwald auf einer kleinen Wanderung näher an und erhoffen dabei auch einen dieser exotischen Vögel in freier Wildbahn zu Gesicht zu bekommen. Und tatsächlich, als ich auf dem Weg ein wenig zurückbleibe, um ein Foto von einem Blatt einer Schirmpalme zu machen, kommt einer dieser Vögel ca. 20 m von mir entfernt aus dem Unterholz hervor. Zuerst freue ich mich über mein Glück, doch als der Vogel neugierig und zielstrebig auf mich zu marschiert, frage ich mich sehr bald, wie ich das ca. 1,50 m große Tier auf Abstand halten kann. Anscheinend vermutet der Vogel, dass ich etwas Essbares für ihn dabei habe. Ich gehe langsam rückwärts ohne mich umzudrehen und überlege schon, ob ich ihm meine Kamera als unverdauliche Kostprobe hinhalten soll. Ein Tritt mit den scharfen Krallen dieser Vögel könnte bestimmt eine hässliche Verletzung hervorrufen. Und picken lassen will ich mich von dem stattlichen Cassowary auch nicht gerade. Glücklicherweise verliert er sehr bald sein Interesse an mir, dreht sich um und trottet noch eine Weile auf dem Weg entlang, bevor er nach links wieder im Gebüsch verschwindet. Später erfahre ich, dass diese Vögel gar nicht so ungefährlich sind. In Australien sind bereits über 220 Angriffe von Cassowaries auf Menschen registriert worden. In einem besonders unglücklichen Fall wurde 1926 sogar ein Australier von einem Cassowary getötet, nachdem er auf der Flucht hingefallen war.

Cairns

Nach diesem Erlebnis erreichen wir bald die „Großstadt" Cairns, die unsere Ausgangsbasis für einen Tauchkurs am Great Barrier Reef werden soll. Die 114.000 Einwohner zählende Stadt ist hierzu eine gute Wahl, denn eine Vielzahl von Tauchschulen buhlen um die Gunst der zahlreichen Touristen. Wir wählen eine Tauchschule mit deutschsprachigem Theorieunterricht. Unsere Gruppe besteht aus 4 Deutschen und 3 Schweizern. Die ersten vier Tage sind dann sogar komplett in deutsch, da wir auch unsere ersten 4 Tauchgänge in Begleitung unserer deutschen Tauchlehrerin Iris machen. Das ist ganz vorteilhaft, weil in den ersten beiden Tagen neben der Ausbildung im Swimmingpool den Kursteilnehmern doch eine ganze Menge Theorie an den Kopf geworfen wird (inklusive schriftlichem Abschlusstest). Danach stehen 3 Tage am Great Barrier Reef auf dem Programm. Zuerst absolvieren wir die vier Freiwassertauchgänge mit den notwendigen Übungen, um die Zertifizierung als PADI Open Water Diver zu erwerben. Danach mache ich dann noch 3 freie Tauchgänge, in denen ich mich voll und ganz auf die Unterwasserwelt konzentrieren kann. Die Unterwassersicht ist zu dieser Jahreszeit eigentlich immer sehr gut, so dass wir die farbenfrohe Umgebung am Norman Reef gut genießen können. Zwei kleine Riffhaie sehe ich auch, welche aber von uns Tauchern wenig Notiz nehmen. Eines der Highlights ist sicherlich der extrem zutrauliche Fisch „Wally", der offiziell Maori Wrasse heißt. Dieser über ein Meter große Fisch lässt sich gerne streicheln und kommt von alleine auf die Taucher zu geschwommen. Bisweilen begleitet er unsere Tauchgruppe sogar ein Stück weit.

Nach dem Tauchkurs quartieren wir uns ungefähr 20 km nördlich von Cairns für ein paar Tage auf dem schönen und weitläufigen Campingplatz in Trinity Beach ein. Der Campingplatz liegt zwar nicht direkt am Meer, doch kann man von hier aus zu Fuß zum Strand gehen und ein Bad nehmen. Wir nutzen den Campingplatz auch als Ausgangsbasis für einen ganztägigen Ausflug zu dem Kap mit dem merkwürdigen Namen „Cape Tribulation". Dies bedeutet soviel wie „Kap der Mühsal". Captain Cook bekam hier 1770 Probleme mit seinem Schiff Endeavour und taufte das Kap auf diesen seltsamen Namen. Dies ist so ziemlich der nördlichste Punkt, den man auf dem Weg zur Nordspitze Australiens mit einem normalen Auto ohne Allradantrieb erreichen kann. Auf dem Weg dorthin machen wir in der Mossman Gorge Zwischenstation, um ein wenig zu wandern. Eine richtige Schlucht ist dies nicht, sondern eher hügeliger Regenwald mit einem nicht sonderlich interessanten Fluss in der Mitte. Weiter geht es auf der Straße Richtung Norden. Über den krokodilhaltigen Daintree River bringt uns eine Autofähre und dann ist es nicht mehr sehr weit bis zum Ende der Straße am Cape Tribulation. Nur noch wenige Menschen leben hier weit verstreut links und rechts der Straße. Das Kap mit dem imposanten Namen fällt dann eher schmächtig aus. Dafür entschädigt der schöne Strand nahe des Kaps. Die relaxte tropische Atmosphäre lädt zu einer Pause ein, bevor wir uns auf den Rückweg nach Trinity Beach machen.

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